Das Wichtigste in Kürze
- KI Suchen nehmen drastisch zu
- Unser Suchverhalten ändert sich (weg vom Allgemeinen hin zum hyper-Individuellen)
- Selbständige werden nur durch superkonkreten und persönlichen Inhalt sichtbar
SEO verändert sich
SEO verändert sich gerade so stark wie noch nie.
Noch vor kurzem haben wir uns darauf konzentriert, bei Google für bestimmte Keywords gefunden zu werden – Begriffe wie „Coaching für Selbstständige“ oder „Teambuilding Düsseldorf“.
Doch mit den neuen KI-Suchsystemen reicht das nicht mehr aus.
Heute stellen Nutzer in ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews viel längere und detailliertere Anfragen. Statt nur nach einem Schlagwort zu suchen, beschreiben sie ihre Situation, ihr Problem und ihre Erwartungen ganz genau. Die KI durchsucht daraufhin das Internet und gibt eine passende, personalisierte Antwort zurück.
Für Selbständige bedeutet das: Die Spielregeln haben sich geändert. Wer sichtbar bleiben möchte, muss lernen, wie man Inhalte so gestaltet, dass KI-Systeme sie verstehen, aufgreifen und im richtigen Moment weiterempfehlen.
Die gute Nachricht: Gerade kleine Anbieter haben hier große Chancen – wenn sie klar positioniert sind, ihre Zielgruppe präzise ansprechen und ihre Erfahrungen sichtbar machen.
1. Die neue Art der Suche
Früher war Suchmaschinenoptimierung vergleichsweise einfach: Man hat ein Keyword recherchiert, zum Beispiel „Teambuilding Düsseldorf“, und dazu eine Seite erstellt. Wer es geschafft hat, für diesen Begriff auf die erste Seite zu kommen, konnte mit Klicks rechnen.
Heute sieht das anders aus. In KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity oder im neuen Google AI Mode werden nicht mehr nur zwei oder drei Wörter eingegeben, sondern komplette Fragen und Beschreibungen.
Ein Beispiel:
Statt „Teambuilding Düsseldorf“ lautet die Anfrage jetzt eher:
„Ich bin HR-Specialist in einem Chemiekonzern und suche nach kreativen Teambuilding-Maßnahmen im Raum Düsseldorf. Nenne mir drei passende Ideen.“
Die KI durchsucht daraufhin eine Vielzahl von Websites und fasst die wichtigsten Inhalte zu einer Antwort zusammen. Das bedeutet: Wer allgemein bleibt und nur kurze, oberflächliche Inhalte liefert, wird in diesen Antworten kaum noch berücksichtigt.
Sichtbar werden diejenigen, die ihre Inhalte so gestalten, dass sie präzise auf solche komplexen Anfragen eingehen. Und das ist die große Chance für Selbständige: Je klarer du deine Zielgruppe und deine Leistungen beschreibst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die KI dich als Anbieter vorschlägt.
2. Aktuelle Entwicklungen: AI Overviews & AI Mode
Im Mai 2025 hat Google die AI Overviews in Deutschland fächendeckend ausgerollt. Nachzuelesen in diesem Sistrix Blogartikel. Damit erscheinen bei vielen Suchanfragen automatisch KI-generierte Zusammenfassungen, die Antworten direkt in den Suchergebnissen liefern – noch bevor Nutzer auf eine Website klicken.
Im Mai 2025 ging Google noch einen Schritt weiter: In den USA wurde der AI Mode vorgestellt. Im September 2025 ist der AI Mode als alternative Suche zur klassischen Suche bereits weltweit ausgerollt. Nur noch Europa steht aus. Hier verändert sich die Suche grundlegend. Anstatt nur einen Suchbegriff einzugeben, können Nutzer lange Fragen formulieren – ähnlich wie bei ChatGPT.
Das Besondere daran ist der sogenannte Query Fan-out: Googles KI-System sucht gleichzeitig in Hunderten von Websites nach relevanten Informationen und setzt daraus eine Antwort zusammen. Die klassische Liste mit zehn blauen Links tritt in den Hintergrund.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser AI Mode nach Deutschland kommt. Spätestens dann müssen sich Selbständige fragen:
Welche Chancen haben wir noch, wenn große Konzerne mit ihren riesigen Content-Mengen und Erwähnungen scheinbar viel bessere Voraussetzungen haben?
3. Sinkende Klicks – und warum deine Website trotzdem unverzichtbar bleibt
Aber, noch einmal kurz einen Schritt zurück:
Was ist denn eigentlich das Problem mit der neuen KI Suche?
Früher lief die Suche so: Wir haben bei Google ein Keyword eingegeben, uns durch verschiedene Websites geklickt und die Informationen selbst zusammengesucht.
Heute übernimmt die KI diese Arbeit. Sie durchsucht hunderte Seiten gleichzeitig und fasst alle relevanten Inhalte direkt in einer Antwort zusammen. Für viele Nutzer entfällt dadurch der Klick auf eine einzelne Website. Das bedeutet: Die Klickzahlen und damit der Traffic auf Websites werden in den kommenden Jahren deutlich sinken.
Vielleicht fragst du dich: Warum dann überhaupt noch in eine Website investieren?
Hierzu meine Gedanken:
- Die Nachfrage ist immer noch da. Menschen suchen weiterhin nach Lösungen und Anbietern.
- Die Kunden sind sogar schon „aufgewärmt“. Wer in der KI-Antwort auftaucht, hat eine viel höhere Chance, als Anbieter ausgewählt zu werden.
- Menschen wollen mit dir connecten. Bevor jemand bucht oder kauft, schaut er sich trotzdem deine Website an, um dich und dein Angebot kennenzulernen.
- Du willst im entscheidenden Moment erwähnt werden. Damit die KI dich in Antworten nennt, braucht sie Inhalte von deiner Website.
- Die KI durchsucht deine Website nach relevanten Inhalten. Je klarer, strukturierter und aussagekräftiger sie sind, desto eher wirst du in den Antworten berücksichtigt. Hier kann auch klassische Suchmaschinenoptimierung für Selbständige noch vorteilhaft sein.
4. Was das für deine Sichtbarkeit als Selbständige bedeutet
Die neuen KI-Suchsysteme stellen Selbständige vor eine klare Herausforderung: Inhalte, die nur oberflächlich beschreiben, „was man so macht“, reichen nicht mehr aus.
Wenn Google oder ChatGPT hunderte Websites gleichzeitig durchsucht, muss die KI verstehen können:
- Wer bist du?
- Für wen ist dein Angebot gedacht?
- Welches Problem löst du konkret?
- In welcher Situation bist du die richtige Empfehlung?
Je präziser diese Fragen beantwortet sind, desto höher ist die Chance, dass deine Inhalte in einer KI-Antwort auftauchen.
Das bedeutet für dich:
- Allgemeine Texte wie „Ich biete Coaching für Unternehmen“ gehen in der Masse unter.
- Inhalte, die ganz genau auf eine Zielgruppe und eine Situation zugeschnitten sind, fallen dagegen auf:
- „Ich unterstütze Führungskräfte in der Pharmaindustrie beim erfolgreichen Übergang in eine neue Position.“
👉 Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen entsteht nicht mehr über Masse, sondern über Relevanz und Klarheit.
5. Inhalte, die die KI liebt
Damit deine Website von KI-Suchsystemen wie Google AI Mode oder ChatGPT aufgegriffen wird, braucht es mehr als nur ein paar Keywords. Entscheidend sind Inhalte, die zeigen, dass hinter deinem Angebot echte Erfahrung steckt.
- Eigene Erfahrungen und Beispiele
KI-Systeme bewerten Inhalte danach, wie hilfreich und einzigartig sie sind. Wenn du über echte Kundenprojekte berichtest, Fallstudien teilst oder deine persönliche Vorgehensweise beschreibst, hebt dich das von allgemeinen Texten ab.
- Klare Meinungen und Haltung
Vermeide austauschbare Aussagen wie „Es gibt viele Wege, erfolgreich zu sein“. Stattdessen: Zeige klar, wie du arbeitest und warum. KI-Systeme greifen bevorzugt Inhalte auf, die eine eindeutige Perspektive haben.
- Zielgruppen-genaue Texte
Texte wie „Ich biete Beratung für Unternehmen“ sind zu ungenau. Schreibe lieber: „Ich unterstütze mittelständische Unternehmen in Düsseldorf dabei, ihre Online-Sichtbarkeit mit SEO zu steigern.“ So weiß die KI sofort, wen du ansprichst.
- Persönlichkeit zeigen
Bilder von dir, kleine Geschichten aus deinem Alltag als Selbständige und deine Sprache machen den Unterschied. Denn genau diese Elemente können große Konzerne mit ihren generischen Inhalten nicht liefern.
- Strukturierte Inhalte
Nutze Überschriften, Listen und FAQ-Bereiche. Das erleichtert der KI das Erfassen deiner Inhalte und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass deine Texte in Antworten übernommen werden.
👉 Kurz gesagt: KI liebt Inhalte, die persönlich, konkret und hilfreich sind.
6. So fütterst du die KI richtig
Wenn KI-Suchmaschinen dich als Empfehlung aufnehmen sollen, musst du ihnen die passenden Informationen liefern. Je klarer und strukturierter deine Inhalte sind, desto leichter können sie verstanden und genutzt werden.
- Beschreibe dein Angebot glasklar
Formuliere konkret, für wen du arbeitest, welches Problem du löst und in welcher Situation dein Angebot hilfreich ist.
Beispiel:
- Statt „Ich biete Coaching für Führungskräfte“ →
- „Ich begleite Führungskräfte im Pharma-Bereich, die nach einer Kündigung eine neue Position finden möchten.“
- Baue Inhalte um echte Kundenfragen herum
Überlege, welche Fragen deine Kunden in einer Suchmaschine eingeben würden – möglichst so, wie sie sie auch sprechen würden. Mach daraus Blogartikel, Landingpages oder FAQ-Abschnitte.
- Strukturiere deine Inhalte
Nutze Überschriften (H1, H2, H3).
Arbeite mit Listen und klaren Absätzen.
Ergänze FAQs.
Das erleichtert der KI, deine Inhalte korrekt zu interpretieren.
- Lokale Sichtbarkeit sichern
Wenn dein Angebot lokal relevant ist, erstelle Standortseiten und pflege dein Google Unternehmensprofil. Achte darauf, dass Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten überall identisch sind. Rezensionen verstärken deine Glaubwürdigkeit.
- Interne Verlinkung
Verlinke deine Inhalte sinnvoll miteinander. Das schafft für die KI Zusammenhänge und zeigt, welche Themen für dich besonders wichtig sind.
Unabhängigkeit von Ads und teuren Agenturen
SEO & KI für Selbständige
So machst du dich unabhängig von teuren Agenturen und Werbeanzeigen:
Mit Positionierungs- und Social-Media-Expertin Kathrin Dielmann biete ich einen Hybrid-Workshop für Selbständige an
Mehr Sichtbarkeit. Mehr Leads. Mehr Selbstbestimmung.
7. Schritt-für-Schritt Fahrplan
Damit du nicht nur theoretisch weißt, was zu tun ist, sondern auch praktisch ins Handeln kommst, hier ein klarer Fahrplan:
Zielgruppe definieren
Notiere so genau wie möglich, wen du ansprechen willst.
- Branche
- Alter oder Lebenssituation
- Typische Probleme
- Sprache, die deine Kunden verwenden
Je konkreter, desto besser kann die KI dich in passenden Kontexten empfehlen.
Kundenfragen sammeln
Überlege, welche Fragen deine Kunden stellen – im Erstgespräch, per Mail oder in Social Media. Formuliere daraus Blogtitel oder FAQ-Einträge.
Beispiele:
- „Wie gehst du bei einer Outplacement Beratung konkret vor?“
- Hast du Erfahrung mit Führungskräfte Coachings in der Automotive-Branche?
Antworten mit Persönlichkeit schreiben
Teile deine Erfahrungen, erzähle kleine Geschichten aus deiner Praxis, beziehe Stellung. Genau das unterscheidet dich von den gesichtslosen Texten großer Unternehmen.
Inhalte strukturieren
Arbeite mit klaren Überschriften, Listen und internen Verlinkungen. So versteht die KI, wie deine Themen zusammenhängen.
Lokale Sichtbarkeit sichern
Wenn dein Angebot regional relevant ist, optimiere dein Google Unternehmensprofil, bitte Kunden aktiv um Rezensionen und lege ggf. Standortseiten auf deiner Website an. Kümmere dich um relevante Brancheneinträge in Online-Verzeichnissen.
Dranbleiben
Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen entsteht nicht über Nacht. Plane regelmäßig neue Inhalte ein – am besten auf Basis echter Fragen deiner Zielgruppe.




